Newsletter 2 2019

Tipp für Sie

Steine auf dem Friedhof

Text: Jörg Büchner

Habe Sie schon einmal nachgedacht, wo die Grabsteine auf dem Friedhof herkommen? Vom Steinmetz, klar! Aber das Gestein muss dafür in einem Steinbruch aus der Erde gefördert werden. Früher, als es noch keine Eisenbahn gab und als Transport wesentlich teurer war als heute wurden dafür wie auch beim Hausbau im Wesentlichen Rohstoffe aus der Region verwendet. Nur Könige und Fürsten und andere Adlige leisteten sich edle Steine, die z.T. weit angeliefert wurden.

Schaut man heute auf einen Friedhof in der Region, fällt auf, dass die Grabsteine aus heimischen Gesteinen immer seltener werden. Stattdessen überwiegen Gneise und Granite aus Asien (Vietnam, Indien und China). Auch sind Gabbros und andere magmatische Gesteine aus Skandinavien verbreitet. Bei den heimischen Gesteinen überwiegen die so genannten „Lausitzer Grünsteine“ oder „Diabase“, die bis zur politischen Wende 1989 in der Region im Dreilandereck aber auch in ganz Norddeutschland verbreitet waren. Es handelt sich dabei im geologischen Sinne um Mikrogabbros, die auch zu den dunklen magmatischen Gesteinen zählen. Im polierten Zustand sehen diese sehr edel aus und sind als Grabstein gut geeignet. Manche Varietäten werden als „Schneeflocke“ bezeichnet, was von größeren Feldspatkristallen herrührt. Weitere beliebte Grabsteine in der Gegend stellen die Granite von Liberec oder des Riesengebirges dar. Diese ergeben im polierten Zustand einen warmen Farbton, bei dem die rosa- bis fleischfarbenen Feldspäte besonders auffällig sind.

Unabhängig von der Herkunft der Gesteine, stellt ein Friedhof ein Schaufenster in die Geologie dar. Hier lassen sich viele unterschiedliche geologische Prozesse finden, die die große Vielfalt der Gesteine erzeugten.